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Schwarz auf Weiß

15.9.2019 bis 5.1.2020

Max Liebermann und Hans Meid in einer Ausstellung zusammenzuführen, erscheint auf den ersten Blick überraschend: Was verbindet den Berliner Weltbürger mit dem alemannischen Wahlberliner? Was haben Liebermann, der Malerstar des deutschen Impressionismus, und Meid, der vor allem als Grafiker und Illustrator tätig war, gemein? Der um eine Generation ältere Liebermann, der als Präsident der Berliner Secession lange Zeit den Maßstab der Avantgarde in Deutschland angab, förderte den jüngeren Meid.

Die Ausstellung zeigt anhand des grafischen Werkes beider Künstler stilistische und motivische Gemeinsamkeiten auf (Reiter im Tiergarten, Ausflugslokale oder Badende). Zugleich werden aber auch deutliche Unterschiede sichtbar.

Meid perfektionierte die Technik der Kaltnadelradierung und schuf in seinen Bildern eine von der Historie und Literatur beeinflusste Gegenwelt. Liebermann, der erst spät zur Druckgrafik fand, nutzte diese Technik, um Motive seiner Malerei in einer immer stärker sich verkürzenden zeich-nerischen Sprache aufzulegen.

In fünf Kapiteln folgt die Ausstellung dem Verbindenden und Trennenden im Werk beider Künstler

Max Liebermann und Holland

Die "Malheimat" Holland war nicht nur prägend für Liebermanns Motive. Auch zur Druckgrafik kam er vor allem durch die Anregungen seiner niederländischen Künstlerfreunde.

Hans Meid und Italien

Hans Meid orientierte sich hingegen zeitlebens nach Italien, wo er seine Motive für historische, dramatische und nächtliche Szenen fand.

Kriegszeit

Eine Verbindung beider Künstler brachte der Erste Weltkrieg, als Liebermann und Meid Illustrati-onen für Paul Cassirers Künstlerflugblätter "Kriegszeit" schufen.

Auszug aus der Präsentation zur Ausstellung „Schwarz auf Weiß“ durch Herrn Dr. Alexander Bastek, Leiter Museum Behnhaus Drägerhaus

Illustrationen

  • Liebermann

    Ebenfalls für den Verlag von Paul Cassirer illustrierten Liebermann und Meid Mitte der 1920er Jahre Goethe Gedichte. Auch mit Darstellungen biblischer Szenen befassten sich beide Künstler.

  • Meid

    Meid, der eigentliche Illustrator, schuf zudem größere Bildzyklen, etwa zum Othello oder Don Juan.

Impressionismus in Schwarzweiß

Der Hauptteil der Ausstellung ist den Blättern beider Künstler vorbehalten, in denen das Sonnenlicht durch Bäume fällt und Reiter in Alleen, Menschen in Wirtshausgärten oder Badende am See in flirrendes Helldunkel taucht. "Es ist eine beeindruckende Entdeckung, dass Impressionismus auch in Schwarz und Weiß möglich ist und Licht und Atmosphäre mit wenigen Strichen einzufangen sind", so Kultursenatorin Kathrin Weiher.
Die Ausstellung bietet mit insgesamt 122 Werken, darunter 5 Gemälden Liebermanns, zahlreiche bekannte Motive und Sujets. Vor allem aber lädt sie zur Entdeckung von Neuem ein, nicht zuletzt dem Werk von Hans Meid.", so der Leiter des Museums Behnhaus Drägerhaus, Dr. Alexander Bastek.
  • Dr. Alexander Bastek, Museumsleiter
Eine große Zahl an Leihgaben kommt von der Stiftung Stadtmuseum Berlin, die als Kooperationspartner für dieses Ausstellungsprojekt gewonnen werden konnte. Maßgeblich gefördert wird die Ausstellung durch die Hans-Meid-Stiftung, deren Vorsitzende Prof. Dr. Dominik Bartmann und Dr. Paul Franken den wesentlichen Impuls zu dieser Ausstellung gaben.
Begleitprogramm Führungen. Öffentliche Führung jeden Sonntag, 11.30 Uhr, 4 Euro zzgl. Eintritt Mittagsführungen 9. Oktober, 13. November und 11. Dezember, 12 Uhr, 4 Euro zzgl. Eintritt Abendführungen 19. September, 17. Oktober, 21. November und 19. Dezember, 17 Uhr, 4 Euro zzgl. Eintritt

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der für 19,90 EUR im Museumsshop und über den Michael-Imhof-Verlag erhältlich ist.

Museum Behnhaus Drägerhaus
Königstraße 9-11
23552 Lübeck

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